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Schwarz auf Weiß

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08.08.2017Kreis Groß-Gerau: „Stark in Arbeit“ startet in Groß-Gerau

Angebot des Kommunalen Jobcenters Groß-Gerau für psychisch kranke Langzeitarbeitslose

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (links) informierte sich in den Räumen von „Stark in Arbeit“ in Groß-Gerau über das neue Angebot vom Kommunalen Jobcenter des Kreises, vom Sozialpsychiatrischen Verein (SPV) und von der Sol-vere gGmbH. Siegfried Schwaab (SPV) und Uwe Böhmer von Solvere (Mitte) er-läuterten das Konzept.  Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – In der Solvere gGmbH und dem Sozialpsychiatrischen Verein Kreis Groß-Gerau e.V. (SPV) hat das Kommunale Jobcenter des Kreises Groß-Gerau zwei erfahrene Partner für die Realisierung der Maßnahme „Stark in Arbeit“ (SiA) gefunden. Diese startete Anfang April in neuen Räumen in der Kreisstadt und richtet sich an erwerbsfähige Menschen zwischen 18 und 60 Jahren, die Leistungen des Jobcenters beziehen (ALG II) und gleichzeitig von psychischen Problemen oder seelischen Erkrankungen betroffen sind.

Ziel ist es, deren Vermittlungschancen zu erhöhen. Hierzu sind individuelle Maß-nahmen und eine bedarfsorientierte psychosoziale Stabilisierung der Teilnehme-rinnen und Teilnehmer wichtig. Die Sozialpädagogen der Fachdienste Solvere gGmbH und SPV haben große Erfahrung in der Arbeit mit psychisch belasteten Menschen und bieten im Rahmen von „Stark in Arbeit“ ein auf die Zielgruppe abgestimmtes Programm mit Einzel- und Gruppengesprächen an, erläutern die Geschäftsführer Uwe Böhmer (Solvere) und Siegfried Schwaab (SPV).

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine leistungsentsprechende berufliche Orientierung und Perspektive entwickelt. In Gruppencoachings lernen diese neue Strategien zum Umgang mit psychischen Erkrankungen und tauschen sich mit anderen aus, die ähnliche berufliche und private Biografien haben und vergleichbare Probleme mit sich herumtragen. Zur Praxis gehört unter anderem auch das Üben von Bewerbungsgesprächen. Außerdem werden mögliche begleitende Hilfsangebote vorgestellt.

Hintergrund ist der, dass laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Be-rufsforschung (IAB) und der Universität Halle-Wittenberg etwa ein Drittel der Langzeitarbeitslosen von psychischen Erkrankungen betroffen ist. Ängste und Depressionen sind häufige Erscheinungen in unserer Gesellschaft, aber bei Menschen im ALG-II-Bezug treten sie gehäuft auf. Die Wechselwirkung zwischen Erwerbslosigkeit und psychischen Problemen ist erwiesen, wobei letztere sowohl Ursache als auch Folge sein können.

Standardmaßnahmen der allgemeinen Förderung aus der Langzeitarbeitslosigkeit greifen bei dieser besonderen Gruppe oft nicht. Menschen mit psychischen Einschränkungen sind bei ungewohnten Belastungen in besonderem Maße von Krisen bedroht. Psychische Erkrankungen verlaufen zudem vielfach in Phasen, das heißt stabile Phasen mit hoher persönlicher Kompetenz wechseln sich mit Phasen der Krise ab, in denen viele dieser Kompetenzen verloren gehen.

Das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau hat diese Erfahrungen und die Studienergebnisse bereits im Rahmen der Modellregion Inklusion 2014 aufgegriffen und ein kleines Pilotprojekt für Menschen mit psychischen Problemen oder seelischen Erkrankungen aufgesetzt. Die Erkenntnisse daraus hat das Jobcenter nun in die Maßnahme SiA einfließen lassen.

Die Solvere gGmbH, der SPV und das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau freuen sich über den guten Start der Maßnahme und den hohen Zuspruch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Hintergrund: Die Solvere gGmbH ist als anerkannte Werkstatt für Menschen mit seelischer Behinderung vor allem Büro-Dienstleister in den Bereichen Aktenver-nichtung, Digitalisierung, Druck, Mailing und Adressverwaltung. Solvere (latei-nisch) bedeutet lösen. Für die Solvere gGmbH heißt das: Lösungen finden für Menschen mit Behinderung, Lösungen bieten für Unternehmen, die qualitativ hochwertige Leistungen in Verknüpfung mit gesellschaftlicher Verantwortung suchen. Die Solvere gGmbH ist gleichermaßen Dienstleister für Menschen mit seelischer Erkrankung/Behinderung wie für die regionale Wirtschaft und Verwaltung. Die Solvere gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des Vereins Werkstätten für Behinderte (WfB) Rhein-Main.

Der Sozialpsychiatrische Verein Kreis Groß-Gerau ist ein psychosozialer Hilfsver-ein und ein freigemeinnütziger Träger der psychosozialen Versorgung im Kreis Groß-Gerau. Er betreut von 13 Dienststellen aus rund 650 psychisch erkrankte und seelisch behinderte Menschen. Der SPV ist Träger von Psychosozialen Kon-takt- und Beratungsstellen, einem Integrationsfachdienst, Tagesstätten, Wohn-heimen, Betreutem Wohnen und Begleitetem Wohnen in Familien. Außerdem führt er im Auftrag des Jugendamtes des Kreises Groß-Gerau Jugendhilfemaßnahmen durch. Darüber hinaus bietet der SPV präventive Angebote für belastete Familien und für Kinder psychisch erkrankter Eltern an.

In Beschäftigungsangeboten in den Tagesstätten und im Zuverdienstprojekt „Kiosk in der Luise-Büchner Schule“ bietet der SPV für Menschen mit seelischer Behinderung niedrigschwellige Arbeitsangebote, in denen die Beschäftigten ihre Arbeitsfähigkeit erproben und trainieren können.

Sein Tochterunternehmen Groß-Gerauer Integrationsbetriebe gGmbH betreibt einen Integrationsbetrieb im Garten- und Landschaftsbau, in dem schwerbehinderte Menschen einen sozialversicherungspflichtigen, tariflich bezahlten Arbeitsplatz finden.

Kontakt:

Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau (AÖR), Maßnahmenmanagement, Wil-helm-Seipp-Straße 9, 64521 Groß-Gerau, Telefon 06152 6384111


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