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Schwarz auf Weiß

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29.02.2016Kommunale Jobcenter: Der „Job-Parcours“ in Kelsterbach

Vier Kommunale Jobcenter beschaffen mit dem "Job-Parcours" eine gemeinsame Maßnahme


Innovativ in der Beschaffung und Umsetzung – Der „Job-Parcours“ in Kelsterbach

Der Parcours ist aufgebaut, die Pylonen stehen. Die Zugmaschine setzt sich mit den vollgepackten Transportwagen in Bewegung. Der Parcourstrainer hatte dem Teilnehmer noch umfassende Instruktionen gegeben und kann jetzt nur hoffen, dass der Teilnehmer die Spur hält und die Ladung sicher ans Ziel bringt. Denn einfach ist der Umgang mit der Zugmaschine und den angehängten Transportwagen nicht. Erst Recht nicht, wenn man später ein solches Gefährt im hektischen Treiben des Frankfurter Flughafens bewegen muss.

Damit die Teilnehmer hierfür ein Gefühl bekommen und ausloten können, ob solche Tätigkeiten für sie in Frage kommen, wurde die Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahme „Job-Parcours“ ins Leben gerufen. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die keine oder nur eine unrealistische Berufsvorstellung haben, bilden die Zielgruppe der Maßnahme. Bei der gaetan-data GmbH in Kelsterbach können sich seit Mai 2015 sechzig Teilnehmer in verschiedenenArbeitsfeldern für vier Monate ausprobieren und ihre Erfahrungen im geschützten Rahmen sammeln. Von Ladungssicherung und Gepäckhandling über Schutz und Sicherheit bis hin zu Check-In und Flugzeugreinigung können sämtliche Arbeitsbereiche, die der Flughafen zu bieten hat, von den Teilnehmern erprobt werden. Aber auch andere Bereiche, für die händeringend Arbeitnehmer gesucht werden wie z.B. Call-Center, Car-Service, Lager und Altenpflege sind beim „Job-Parcours“ Bestandteil. Somit ist die Maßnahme auf den konkreten Bedarf und der Nachfrage des Arbeitsmarktes ausgerichtet.

Neben dem praktischen Anteil, der in der Maßnahme großgeschrieben wird, finden auch theoretische Lerneinheiten ihren Platz. So werden berufsbezogene Fachbegriffe und fachspezifisches Wissen im Zuge der Teilnahme vermittelt, um die Integrationschancen der Teilnehmer auf den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Sowohl die praktischen als auch die theoretischen Lerninhalte sind auf die Anforderungen der regionalen Arbeitgeber abgestimmt. Um dies zu gewährleisten, werden die Arbeitgeber bei der Ausgestaltung der Maßnahme eingebunden. Dadurch wird den Teilnehmern auf der einen Seite ein sehr realitätsnaher Eindruck der verschiedenen Arbeitsfelder vermittelt. Auf der anderen Seite haben die Arbeitgeber die Möglichkeit, potentielle Arbeitnehmer kennenzulernen und passgenaue Teilnehmer einzustellen. Die örtliche Nähe zum Frankfurter Flughafen ist dabei äußerst hilfreich und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Träger und Arbeitgeber.

Für die Durchführung des „Job-Parcours“ sind unzählige Gerätschaften wie eine Flugzeugtreppe, ein Schlepper, ein Gabelstapler, Gepäckbänder und ein Check-In-Schalter mit Original-Software im Einsatz. Sogar ein bestuhltes Segment aus einem Flugzeugrumpf samt Bordtoilette ist vorhanden, um die Flugzeugreinigung möglichst realitätsgetreu simulieren zu können. Auch die räumliche Ausstattung ist nicht zu verachten. Neben einer großen Lagerhalle und diversen Schulungsräumen steht eine 1000 qm große Freifläche zur Verfügung. Das alles hat natürlich seinen Preis. Damit die Maßnahme dennoch wirtschaftlich umgesetzt werden kann, haben sich vier kommunale Jobcenter für die Beschaffung der Maßnahme zusammengeschlossen: Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) – Kommunales Jobcenter, MainArbeit – Kommunales Jobcenter Offenbach, Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau und Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter. Dabei mussten Neuland betreten und viele Abstimmungen getroffen werden.

Nach rund 300 Tagen „Job-Parcours“ zeigt sich, dass sich die Mühen der Jobcenter und des Trägers gelohnt haben. Bis dato haben 78 Teilnehmer die Maßnahme regulär beendet. Davon wurden 29 Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Bei 26 Teilnehmern wurde eine realistische Berufsperspektive entwickelt und bei 23 Teilnehmern wurde eine Qualifikation angeregt bzw. in die Wege geleitet, um sie fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen. Aufgrund dieser Erfolge haben sich die Jobcenter dazu entschlossen, die Vertragslaufzeit zu verlängern. Somit geht der „Job-Parcours“ für ein weiteres Jahr in die nächste Runde.


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