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01.06.2010Main-Taunus-Kreis: Hielscher stellt Sozialbericht 2009 vor

Mehr Langzeitarbeitslose im MTK - Auswirkungen der angespannten Wirtschaftslage

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Main-Taunus-Kreis im vergangenen Jahr gestiegen. Diese Entwicklung sei "wenig erfreulich, liegt aber angesichts der angespannten Wirtschaftslage im allgemeinen Trend", so der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher bei der Vorstellung des Sozialberichts 2009. Im vergangenen Jahr haben 457 weitere Personen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) erhalten. Damit hat sich die Zahl von 8.507 Hilfeempfängern im Dezember 2008 auf 8964 Personen im Dezember 2009 erhöht.

Diese Steigerung müsse das Amt für Arbeit und Soziales auffangen, sagte Hielscher. Für die zusätzliche Betreuungs- und Vermittlungsarbeit werde mehr Personal gebraucht. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um die Menschen zu qualifizieren und ihnen wieder einen Job oder eine Beschäftigung zu vermitteln. Eine länger andauernde Phase der Arbeitslosigkeit habe nicht nur für die Betroffenen, ihre Angehörigen und Kinder negative Auswirkungen, sondern auch für die Gesellschaft.

34 Prozent der Menschen, die SGB-II-Leistungen erhalten, sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. "Ihnen machen der gesellschaftliche Status und das begrenzte finanzielle Budget besonders zu schaffen, auch bei der Integration in die Schule", so Hielscher. Eine große Gruppe der SGB-II-Empfänger - nämlich 1506 Personen - sind jedoch auch älter als 50 Jahre. An sie richtet sich die kreisweite Kampagne "50 plus", die die Erfahrung, das Wissen und die Werte älterer Arbeitnehmer als Chance für die Betriebe herausstellt.

Im Berichtszeitraum 2009 hat die Zahl der Alleinerziehenden, die SGB II erhalten, um 19 Prozent - das sind 124 Personen - zugenommen. Nach wie vor sei es schwierig, Arbeits- und Kinderbetreuungszeiten miteinander zu vereinbaren, erläuterte Hielscher. Und geringer qualifizierte Teilzeitstellen erlaubten es nicht, "unabhängig vom Amt" zu leben und zu wirtschaften. Die Zahl der Menschen, die trotz Erwerbseinkommen auf staatliche Leistungen angewiesen sind, ist um 170 Personen angestiegen.

Im Vergleich dazu ist die Zahl der Personen, die Grundsicherungsleistungen im Alter oder bei Erwerbsminderung (SGB XII) erhalten, vergleichsweise gering gestiegen, nämlich um 31 auf 1596 Personen. Auffällig sei dabei jedoch, dass oft die Rente nicht ausreiche, um den Lebensunterhalt zu sichern, und auf staatliche Hilfe zurückgegriffen werden müsse, sagte Hielscher.

Neben der Sorge um die steigenden Fallzahlen sei das vergangene Jahr auch geprägt gewesen von dem Einsatz um die Fortführung des Optionsmodells. Der Main-Taunus-Kreis habe sich in unverminderter Stärke für den dezentralen Ansatz der Beratung und Vermittlung ausgesprochen. "Wir hoffen, dass der Weg nun geebnet ist, um sich mit Ruhe und aller Kraft den eigentlichen Aufgaben zu widmen, nämlich der umfassenden Aufgabe der Vermittlung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt."


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