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Schwarz auf Weiß

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14.05.2009Auswege aus der Langzeitarbeitslosigkeit - Gesundheitsfördernde Maßnahmen nötig

Darmstad-Dieburg - Erster Kreisbeigeordneter Klaus Peter Schellhaas wies zur Eröffnung der Fachtagung "Verfestigte Arbeitslosigkeit" darauf hin, dass Menschen, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind, oft unter sozialer Isolation und gesundheitlichen Problemen leiden. Das erschwere eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt und bedürfe besonderer Maßnahmen, so Schellhaas.

Dr. Jan Hilligardt, Direktor des Hessischen Landkreistages machte seinen Unmut darüber deutlich, dass Bundesarbeitsminister Olaf Scholz seine Zusage gebrochen habe, den Fortbestand der Optionskommunen bis 2013 sicher zu stellen. "Es kommt mit Blick auf die Finanzkrise jetzt mehr denn je darauf an, die finanziellen und gesetzlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir für die Langzeitarbeitslosen das tun können was notwendig ist", so Hilligardt.

"Die Arbeit unserer Kreisagentur für Beschäftigung als Optionsmodell hat sich in den letzten Jahren bewährt, da wir durch gute Kontakte in der Region auch Menschen wieder zu Lohn und Brot verhelfen konnten, deren Lebenslauf auf den ersten Blick als schwierig gilt", erläuterte Schellhaas.

Der Landkreis hatte zusammen mit dem Hessischen Landkreistag zu der Fachtagung eingeladen, die auf breite Resonanz stieß. Rund 160 Mitarbeiter aus den Jobcentern der hessischen Optionskommunen und ARGEn, von Beschäftigungsträgern, Bildungswerken, kirchlichen Einrichtungen, Vertreter der hessischen Landespolitik, aber auch Gäste aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, waren nach Darmstadt-Kranichstein gekommen, um sich über das Thema "Verfestigte Arbeitslosigkeit" zu informieren und auszutauschen.

"Wir haben mit unserer Tagung eines der großen gesellschaftlichen Probleme thematisiert, das bisher nur unzureichend von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird", berichtet Rosemarie Lück, Hauptabteilungsleiterin der Kreisagentur für Beschäftigung. Eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zwischen 2005 und 2007 zeige, wer einmal in die Fänge der Langzeitarbeitslosigkeit gelangt, kommt nur schwer wieder heraus. Diejenigen, die Hartz-4-Grundsicherung in Anspruch nehmen, seien oftmals über längere Zeiträume oder wiederholt auf Unterstützung angewiesen. Bundesweit waren im Untersuchungszeitraum 3,15 Millionen Menschen, oder entsprechend 1,5 Millionen Bedarfsgemeinschaften, durchgehend von SGB II-Leistungen abhängig. Im Dezember 2007 verzeichnete die Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3,4 Millionen Arbeitslose, davon zählten beinahe 2,4 Millionen Menschen zu den Hartz-4-Kunden. 78 Prozent der Leistungsempfänger haben mindestens zwölf Monate ununterbrochen SGB II-Leistungen bezogen.

Betroffen von der lang andauernden, so genannten "verfestigten" Arbeitslosigkeit sind, so ein Ergebnis der Tagung, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, alleinerziehende Frauen und Männer, Paare mit Kindern sowie Migranntinnen und Migranten. Deutlich wurde auch, das Arbeitslosigkeit seine Spuren hinterlässt. Untersuchungen von Krankenkassen haben ergeben, dass Menschen ohne Job häufiger krankgeschrieben sind als Berufstätige. Als mögliche Ursache darfür gilt der hohe psychische Stress, der sich auf die körperliche Gesundheit auswirkt.

"Unsere Fachtagung hat Anstöße gegeben, damit Lösungen für die Problematik "verfestigte Arbeitslosigkeit" gefunden werden, so Schellhaas und Dr. Hilligardt. Nun gelte es, auch auf örtlicher Ebene innovative Projekte beispielsweise für die Gesundheitsförderung von Langzeitarbeitslosen zu entwickeln. Bisher werden jedoch Maßnahmen zur Gesundheitsprävention von Arbeitslosen vom Bundesarbeitsministerium nicht gefördert. Der Hessische Landkreistag hat sich bereits an das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit gewandt, um ihre Unterstützung bei den Landesprogrammen zur Förderung von Langzeitarbeitslosen anzubieten. Staatsminister Jürgen Banzer zeigte sich dazu gesprächsbereit.


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