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Schwarz auf Weiß

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27.06.2008Kein Geld mehr für Weiterbildung von Müttern

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Viele Projekte sind bedroht /Beispiele aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg und WiesbadenVon Peter Hanack und Gaby Buschlinger

Im Februar dieses Jahres hat Rosemarie Lück einen Brief von Olaf Scholz (SPD) bekommen. „Arbeitsmarktpolitisch sinnvoll, aber rechtswidrig“ stand darin zu lesen. Gemeint waren diverse Anstrengungen, die der Kreis Darmstadt-Dieburg unternimmt, um schwer vermittelbare Menschen für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Rosemarie Lück, Leiterin der kreiseigenen Agentur für Beschäftigung, sieht seither der Zukunft mit Sorgen entgegen.

Wenn das Bundesarbeitsministerium bei seiner Einschätzung bleibt, wird es im Kreis Darmstadt-Dieburg – und nicht nur dort – in absehbarer Zeit eine ganze menge von sinnvollen Projekten nicht mehr geben, weil der Bunde dafür den Kommunen kein Geld mehr zur Verfügung stellt. Beispiel Berufsorientierung: Die Kreisagentur kümmert sich um Frauen, die nach längerer Pause wieder arbeiten gehen wollen. Viele von ihnen sind allein erziehend, haben keine Ausbildung, können mit aktuellen Computerprogrammen nicht umgehen. Die Agentur qualifiziert diese Frauen, die meisten zwischen 30 und Mitte 40, vermittelt Praktikumsplätze oder dokumentiert Fähigkeiten, die die Frauen etwa bei ehrenamtlicher Arbeit in Vereinen erworben haben. „Die Hälfte bis Dreiviertel finden im Anschluss eine Arbeit oder wenigstens eine Weiterbildungsstelle“, sagt Lück. Bis zu 50 Frauen profitieren jährlich von diesem Projekt.

Kein einfaches Klientel

Beispiel Ausbildung: Für 20 junge Leute finanziert die Kreisagentur Teile der Ausbildung. Die Klientel ist nicht die einfachste“, sagt Lück. Anlaufschwierigkeiten seien unentschuldigtes Fehlen, Unpünktlichkeit und geringe Leistungsbereitschaft. In Betrieben seien deshalb nicht die geringeren Ausbildungskosten das Wichtigste, sondern die Begleitung der Jugendlichen durch Ehrenamtliche. Letztes Beispiel: Auch Deutschkurse sollen auslaufen, „obwohl wir ohne ausreichende Sprachkenntnisse niemanden in Arbeit bringen können“, sagt Lück. „Ich halte das für ziemlichen Unsinn“, sagt der Wiesbadener Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD). In Wiesbaden wären etwa die „Bauhaus-Werkstätten“ bedroht, 200 Jugendliche, auf dem Arbeitsmarkt ohne Chancen, werden als Bauhelfer, Maler oder in Putzkolonnen ausgebildet. Auch „Jamba“(Junge allein erziehende Mütter in Berufsausbildung“ stünde vor dem Aus, fürchtet dessen Leiterin Alexandra Ahr. Seit 2002 hat Jamba 120 Müttern unter 27 Jahren eine Ausbildung besorgt.


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